Holzmedaille bei den Europameisterschaften

Mein aktueller mood? Leichte mentale Disbalance!

Die Europameisterschaften in Ramales bei Bilbao waren mein erstes großes Saisonhighlight und die Vorzeichen hätten kaum besser sein können. Das Podium war das klare Ziel. Die Form stimmte und nachdem ich die Strecke besichtigt hatte, war die Vorfreude sogar noch größer. Technische Trails, steile Anstiege, sommerliche Hitze – genau die Bedingungen, die mir mit meiner Erfahrung und meinen technischen Fähigkeiten eigentlich entgegenkommen sollten. Auf dem Programm standen 75 Kilometer und rund 3.000 Höhenmeter.

Am Start konnte ich mich im Feld der Masters problemlos weit vorne einordnen. Die ersten Rennkilometer verliefen entsprechend gut. Einzig im ersten langen Downhill unterlief mir ein kleiner taktischer Fehler: Ich hing hinter einem deutlich langsameren Fahrer fest. Ein Überholmanöver war kaum möglich, beziehungsweise nur mit hohem Risiko. Dadurch fiel ich zunächst auf Rang fünf zurück.

Ich blieb ruhig, fand schnell meinen Rhythmus und arbeitete mich Stück für Stück wieder nach vorne. Meine Betreuerin Julia versorgte mich dabei hervorragend. Neben Getränken gab es immer wieder Eis für Nacken und Kopf – bei den Temperaturen der vergangenen Woche ein echter Schlüssel, um möglichst kühl zu bleiben.

Zur Rennhälfte hatte ich mich tatsächlich bis auf Rang zwei nach vorne gekämpft. Der Flow stimmte und ich war überzeugt, dass heute richtig viel möglich ist. Doch dann kündigte sich am Vorderrad ein Defekt an. CO₂ allein reichte nicht aus um den Reifen wieder abzudichten, also musste ich einen Plug setzen und anschließend erneut Luft nachfüllen. Zum Glück kostete mich das keinen Platz und ich konnte das Rennen fortsetzen.

Allerdings merkte ich zunehmend, dass die Kräfte schwanden. Die Leichtigkeit war plötzlich weg. Ich hatte das Rennen nicht zu schnell angegangen und auch die Verpflegung funktionierte perfekt. Trotzdem konnte ich das Tempo nicht mehr fahren, das ich mir vorgenommen hatte. Noch 15 Kilometer bis ins Ziel und ich lag immer noch auf Rang zwei.

Zu Beginn des letzten langen Anstiegs musste ich diesen Platz jedoch kampflos abgeben. Selbst eine Cola an der letzten Verpflegungsstation brachte keine Wende mehr. Rund 200 Meter vor dem Ende des Berges wurde ich schließlich auch noch vom Drittplatzierten eingeholt. Ich konnte nichts mehr entgegensetzen. Im abschließenden Downhill ließ ich es zwar noch einmal richtig laufen, doch das Podium war außer Reichweite. Nach über viereinhalb Stunden Fahrzeit fehlten am Ende gerade einmal 33 Sekunden.

Die Enttäuschung im Ziel war riesig. Die Stimmung im Keller, der Sportler ratlos – und ich ehrlich gesagt erst einmal ziemlich bedient. Natürlich kann man sagen, dass ein vierter Platz bei einer Europameisterschaft ein starkes Ergebnis ist. Aber nicht nur das Ziel war ein anderes, sondern vor allem die Art und Weise, wie ich das Podium verloren habe, schmerzt.

Jetzt heißt es erst einmal durchatmen. Körperlich, vor allem aber mental. Die zweite Saisonhälfte steht noch bevor und mit ihr warten weitere wichtige Rennen und Meisterschaften. Also kommt ein simples Rezept zum Einsatz: Aufstehen, Krone richten, den Blick nach vorne und weiterarbeiten.

#Niederlage #nomedal #Europameisterschaften

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